Lasttests für Microsoft SharePoint 2013/2016

Administratoren einer SharePoint Farm sollten wissen, wie viele Besucher ihre Server verkraften und wann die Last zu nicht mehr akzeptablen Verhalten in Form von langen Antwortzeiten führt. Der folgende Artikel beschreibt eine einfache Methode zur Durchführung von Belastungstests mit Hilfe des Webserver Stress Tool. Die Anwendung des deutschen Unternehmens Paessler kostete bis 2014 mehrere tausend Euro und steht nun in der Enterprise-Version 8.0 kostenlos zur Verfügung.

Durch Simulation von bis zu mehreren tausend Benutzern, die gleichzeitig unterschiedliche HTTP-Anfragen an einen Server senden, kann das Verhalten der Farm unter normaler und außerordentlicher Last getestet werden. Detaillierte Testberichte und Diagramme vereinfachen die Analyse der Ergebnisse. Über die Definition einzelner Parameter ist es möglich, die verschiedenen Zugriffe auf die SharePoint Farm zu verändern.

Mit dem Webserver Stress Tool kann laut Hersteller bis zu den folgenden Grenzwerten getestet werden:

  • Bis zu 500 MBit/s Netzwerkbandbreite
  • Bis zu 1.000.000 Pageviews pro Stunde
  • Bis zu 10.000 gleichzeitig aktive Benutzer

Einziges Manko ist die ausschließliche Unterstützung der Basic Authentification. NTLM oder andere Authentifizierungen werden nicht unterstützt. Die bedingt, dass zuvor die SharePoint Farm für den Test vorbereitet werden muss:

Über die SharePoint Zentraladministration ist für die zu testende Webapplikation zunächst eine zusätzliche IIS-Webseite mit neuem Authentifizierungsanbieter zu erstellen (Anwendungsverwaltung → Webanwendungen verwalten → Erweitern). Bei der Erstellung definieren wir einen dedizierten Port und setzen zunächst den Haken bei “Windows-Authentifizierung aktivieren“. Nach dem Speichern kann die Erstellung der neuen Website für das Testen etwas dauern.

Anschließend finden wir unter den Authentifizierungsanbietern der Webanwendung einen neuen Eintrag. Über die alternativen Zugriffszuordnungen (AAM) kann diesem nun eine eigene Domain zugewiesen werden.

Ebenso finden wir im IIS-Manager die neue Test-Webseite mit anpassbarem Binding.

Aus Sicherheitsgründen (Basic Authentification ohne Verschlüsselung) sollte die Webseite nur aus dem Netz der SharePoint Farm erreichbar sein. Dies ist über Port-spezifische Firewall-Regeln sehr einfach zu lösen.

In den Einstellungen der neuen Webseite aktivieren wir nun über den Punkt Authentifizierung die Standardauthentifizierung. An dieser Stelle muss noch die verwendete Standarddomäne angegeben werden.

Anschließend installieren wir das Webserver Stress Tool. Optimal hierfür ist die Verwendung eines dedizierten Servers im gleichen LAN der Farm. Steht ein solcher nicht zur Verfügung, kann das Tool auch problemlos auf einem weniger ausgelasteten Server der SharePoint Farm installiert werden. Empfehlungen zu den Anforderungen des Servers finden sind sich im Tool-Handbuch. Grundsätzlich gilt: Desto mehr RAM und CPU vorhanden ist, desto mehr Benutzer können simuliert werden. Das Erreichen von Server-Kapazitätsgrenzen wird im Tool angezeigt.

Grundsätzlich gibt es 3 verschiedenen Testverfahren:

  • Der Klick-Test testet die einfache Reaktionsgeschwindigkeit von Webseiten.
  • Der Time-Test führt eine Dauerbelastung über eine festgelegte Zeit durch. Dadurch erfährt man, wie sich ein Webserver unter dieser verhält.
  • Der Ramp-Test erhöht stetig die Anzahl der simulierten Zugriffe auf die festgelegte Benutzerzahl über einen definierten Zeitraum. Die erfolgt so lange, bis irgendwann der Webserver seine Leistungsgrenze erreicht hat. Dadurch ist leicht das Limit des Servers zu identifizieren.

Weiter Konfigurationsmöglichkeiten sind im englischen Handbuch gut beschrieben. Resultate der Tests lassen sich in Form von Tabellen und Diagrammen verständlich darstellen sowie exportieren.

Eine Tool-eigene Scriptsprache ermöglicht die Simulation umfangreicher Aktionen bei technisch aufwendigen Webseiten.

Links:

Bildnachweise

By |2018-08-15T15:35:51+00:00August 15th, 2018|SharePoint|0 Comments

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Senior IT-Architect

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